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Title: Strohhalm, Kohle und Bohne
Author: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Author: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date of first publication: 1812 [original version]
Edition used as base for this ebook:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date first posted: 28 May 2012
Date last updated: 28 May 2012
Project Gutenberg Canada ebook #951

This ebook was produced by
Delphine Lettau, David T. Jones
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Titre: Strohhalm, Kohle und Bohne
Auteur: Grimm, Jacob Ludwig Carl (1785-1863)
Auteur: Grimm, Wilhelm Carl (1786-1859)
Date de la premire publication: 1812 [version originale]
dition utilise comme modle pour ce livre lectronique:
   Gttingen: Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, 1857
   [Kinder und Hausmrchen gesammelt durch die Brder Grimm.
   Erster Band. Groe Ausgabe. Siebente Auflage.]
Date de la premire publication sur Project Gutenberg Canada:
   28 mai 2012
Date de la dernire mise  jour:
   28 mai 2012
Livre lectronique de Project Gutenberg Canada no 951

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18.

Strohhalm, Kohle und Bohne.


In einem Dorfe wohnte eine arme alte Frau, die hatte ein Gericht Bohnen
zusammen gebracht und wollte sie kochen. Sie machte also auf ihrem Herd
ein Feuer zurecht, und damit es desto schneller brennen sollte, zndete
sie es mit einer Hand voll Stroh an. Als sie die Bohnen in den Topf
schttete, entfiel ihr unbemerkt eine, die auf dem Boden neben einen
Strohhalm zu liegen kam; bald danach sprang auch eine glhende Kohle vom
Herd zu den beiden herab. Da fieng der Strohhalm an und sprach 'liebe
Freunde, von wannen kommt ihr her?' Die Kohle antwortete 'ich bin zu
gutem Glck dem Feuer entsprungen, und htte ich das nicht mit Gewalt
durchgesetzt, so war mir der Tod gewi: ich wre zu Asche verbrannt.'
Die Bohne sagte 'ich bin auch noch mit heiler Haut davon gekommen, aber
htte mich die Alte in den Topf gebracht, ich wre ohne Barmherzigkeit
zu Brei gekocht worden, wie meine Kameraden.' 'Wre mir denn ein besser
Schicksal zu Theil geworden?' sprach das Stroh, 'alle meine Brder hat
die Alte in Feuer und Rauch aufgehen lassen, sechszig hat sie auf einmal
gepackt und ums Leben gebracht. Glcklicherweise bin ich ihr zwischen
den Fingern durchgeschlpft.' 'Was sollen wir aber nun anfangen?' sprach
die Kohle. 'Ich meine,' antwortete die Bohne, 'weil wir so glcklich
dem Tode entronnen sind, so wollen wir uns als gute Gesellen zusammen
halten und, damit uns hier nicht wieder ein neues Unglck ereilt,
gemeinschaftlich auswandern und in ein fremdes Land ziehen.'

Der Vorschlag gefiel den beiden andern, und sie machten sich miteinander
auf den Weg. Bald aber kamen sie an einen kleinen Bach, und da keine
Brcke oder Steg da war, so wuten sie nicht wie sie hinber kommen
sollten. Der Strohhalm fand guten Rath und sprach 'ich will mich quer
ber legen, so knnt ihr auf mir wie auf einer Brcke hinber gehen.'
Der Strohhalm streckte sich also von einem Ufer zum andern, und die
Kohle, die von hitziger Natur war, trippelte auch ganz keck auf die
neugebaute Brcke. Als sie aber in die Mitte gekommen war und unter ihr
das Wasser rauschen hrte, ward ihr doch angst: sie blieb stehen und
getraute sich nicht weiter. Der Strohhalm aber fieng an zu brennen,
zerbrach in zwei Stcke und fiel in den Bach: die Kohle rutschte nach,
zischte wie sie ins Wasser kam und gab den Geist auf. Die Bohne, die
vorsichtigerweise noch auf dem Ufer zurckgeblieben war, mute ber die
Geschichte lachen, konnte nicht aufhren und lachte so gewaltig da sie
zerplatzte. Nun war es ebenfalls um sie geschehen, wenn nicht zu gutem
Glck ein Schneider, der auf der Wanderschaft war, sich an dem Bach
ausgeruht htte. Weil er ein mitleidiges Herz hatte, so holte er Nadel
und Zwirn heraus und nhte sie zusammen. Die Bohne bedankte sich bei ihm
aufs schnste, aber da er schwarzen Zwirn gebraucht hatte, so haben seit
der Zeit alle Bohnen eine schwarze Naht.




[End of Strohhalm, Kohle und Bohne, by the Brothers Grimm]

[Fin de Strohhalm, Kohle und Bohne, par les frres Grimm]
